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Schreibaufgabe – Runde 5

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Die Aufgabe der 5. Schreibaufgabe lautete:
Ihre Figur verliert vier Tage. Wo? Mit wem? Warum?
Hier sind die besten Beiträge:

Die Scharniere der schweren Eichenholztür schrieen, als diese sich langsam öffnete.
»Du kannst gehen«, knurrte einer der beiden Schergen des Abtes.
Ich trat in den nasskalten Gang des untersten Kellergewölbes, blieb stehen und blickte in das dustere Verlies zurück, in welchem ich vier Tage gefangen gehalten worden war:
Der Heilige Vater war fort .
Mir war die einmalige Chance genommen worden, das dunkle Geheimnis des Klostervorstehers zu lüften, welches er mit Vorliebe vor vielen Jahren an seinen Schutzbefohlenen, sowie mir praktizierte.
Langsam spürte ich das Nachlassen der Droge, und Erinnerungsfetzen von dem entblößten Leib des Klosterobersten drangen in mein Bewusstsein.
Nun wusste ich, dass meine schrecklichen Kindheitserinnerungen dem Pontifex niemals erreichen würden.

Jutta Wölk

Es dämmerte. Und ich wachte auf.
Zwischen Ratten die weghuschten. Sie hatten gewartet/gehofft ich wäre ein Kadaver den sie abnagen konnten. Zwischen Werbeanzeigen, die der Regen auf den Boden geklebt hatte. Aldi: Sonderangebot für Trauben, Wanderschuhe, Sportunterwäsche.
Mein Kopf schmerzte wie…darüber konnte ich gerade nicht nachdenken. Mein Griff, instinktiv, zu meiner Tasche. Die war noch da .Ich rappelte mich auf, sah, dass mein Schuh offen war; wenn ich mich bückte jedoch würde mein Kopf platzen, und so humpelte ich durch die feuchte Unterführung und bemerkte, dass es schon hell war, hier drin dämmerte es erst. Meine Agenda war noch in meiner Tasche, ich schlug sie auf und wollte notieren: aufgewacht, gewusst wer ich bin, Ratten wollten mich verspeisen. Termin: Zahnarzt, Termin: Psychotherapeut. Anrufen: Mieter (Teppichfußboden), Einkaufen: Mais, Salat. (Aldi: Sportunterwäsche?)
Aber: etwas verwirrte mich, nämlich, dass ich meine Agenda schon seit vier Tagen nicht mehr aufgeschlagen hatte. Das Lesebändchen war noch bei Montag. Und die Zeitungen und meine Armbanduhr sagten, es wäre schon Samstag. Auch die Menschenmassen, die heute Zeit zum Einkaufen hatten, waren ein Zeichen dass schon wieder Wochenende war…aber warum und wie und. Ich hatte mich nicht mal abgeschminkt. Das war bestimmt nicht gut für meine Wimpern. Was hatte ich eigentlich gemacht, diese vier Tage lang: doch nicht geschlafen? Aber wohl bitte erst recht nicht wach gewesen? Aliens? Posttraumatische Belastungsstörungen? K.O. Tropfen? Diese Tabletten…aber die nahm ich schließlich regelmäßig?
Ich fühlte mich unwohl und beschloss, nach Hause zu fahren.
Der Schlüssel passte nicht.

„Ich habe keine Kündigung eingereicht, nein, ich würde hier gerne weiterhin wohnen, das kann doch nicht sein, wir kennen uns, ich wohne schon seit 14 Monaten hier, ja, ich wollte, dass ich einen neuen Teppichboden einlegen darf, aber sie können das doch nicht vergessen haben, VERDAMMT natürlich, ich hab da gewohnt, bis gestern, oder bis letzte Woche, wie, mich gibt es nicht, da ist ja wohl verdammt noch mal was in ihren Unterlagen falsch. Sie haben sie ja nicht mehr alle und ich lege jetzt auf.“

Ganz einfach, in den vier Tagen die ich verloren habe, hat die Welt mich vergessen und mich gibt es gar nicht, nirgendwo und dass ist weder Himmel noch Hölle, dass ist einfach ein verdammtes Leben, ich mag Ratten heute gern.

Angela Schuberth

Stimmen!
Die beten?
Wieso?
Das Unwetter! Gassi mit Spatzi. Der rettende Baum. Keine Eiche – sonst weiche. Eine blühende Kastanie. Allein auf weiter Flur. Schutz. Es blitzt. Holz kracht. Spatzi flieht. Ich muss ihm folgen. Kann nicht. Ich rufe. Er hört mich nicht. Geh`nicht verloren, Liebling. Regen, oder sind es Tränen? Erde, Gras, kein Fell.
Grelles Licht blendet. Ah, die Sonne kommt durch. Blindes Tasten. Haut. Dumpfes Erkennen. Stimmen, die vertrauen. Familie. Heimat. Meine Standuhr tickt. So laut? Ist sie kaputt? Meine Pupillen irren. Monitore, Kanülen, Schmerz. Keine Angst. Braune Augen, die wärmen. Ein Viertagesbart kratzt meine rechte Wange. An der linken rieche ich Kind. Zwei Stimmen, die beben. Und eine – die bellt. Mein Held.

Magritt Jann

Ich starre auf meine Uhr. Das kann nicht sein! 11 Uhr. Seit vier Tage sitze ich hier, am Ende der Welt. Mit Priska. Und warte. Dass sie sich entscheidet. Zu bleiben oder zu gehen.
Zuerst hab ich sie bekniet, sich alles noch einmal ganz genau zu überlegen. Ihr von unsrer ersten Zeit vorgeschwärmt. Wie wir glücklich waren. Sie hat mich nur verständnislos angeschaut. Als würde ich ihr Fremdes erzählen. In einer Sprache, die sie noch nie gehört hat. Dann versuchte ich die sachliche Tour. Zählte die harten Fakten auf. Was ich bis jetzt schon alles in diese Beziehung investiert hatte. Sie gähnte ungeniert und blätterte desinteressiert in irgend einer Zeitschrift. Wie ich nur noch heiser ein paar Sätze hauchen konnte, verzog ich mich. In eine stille Ecke. Knöpfte mir ein paar Bier vor. Um wieder klar zu sehen. Und liess sie während dessen im eigenen Saft schmoren. Gestern Nacht, nach dem ich sie endlich auf der Terrasse am andern Ende der kleinen Insel wieder gefunden hatte, gab ich den coolen Macho. „Also von mir aus kannst du gehen. Ich hab’s hinter mir.“ Da hat sie mich zum ersten Mal angeschaut. Nach langer Zeit. Und nur ein „ok“ hingeworfen. Seither hab ich sie nicht mehr gesehen. Jetzt wart ich. Hier am Hafen. Schon seit einer Ewigkeit. In einer Viertelstunde wird unsere Fähre fahren. Sie wird doch nicht…

e. i.

vier tage verlor ich an dem krankenbett meines ältesten sohnes der seit neun jahren an einer schweren kranheit leidet. die ich nicht meinem ärgsten feind wünschen würde. epelesie und hat sturzanfälle meist auf dem hinterkopf. erst vor zwei wochen ist es passiert. er hatte erst einen anfall und eine leichte platzwunde am kopf. die wurde genäht und ich wurde zu hause angerufen ich soll meinen sohn abholen. der arzt hatten einen schrecklichen fehler gemacht als er ihn nach hause schickte. wir waren kaum aus dem krankenhaus und hatten die straße überquert da hatte mein sohn noch einen anfall und stürzte schwer. das blut floss nur so aus dem hinterkopf. ich stand wie unter schock. bei diesem anfall war ich dabei. ich machte mir vorwürfe warum ich meinem sohn nicht aufgefangen hatte. aber er ist mit seinen 35 ein sehr starker mann. mit mehr als zwanzig stichen musste genäht werden. er musste dann im krankenhaus bleiben und in den vier tagen besuchte nur ich meinen sohn jeden tag. seine frau besuchte ihn nur einmal aber es wird öfters vier tage geben die verloren und gleichzeitig gewonnen. wenn ich ihm nicht beistehe bei der schweren krankheit wer dann. traurig ist nur das meine anderen söhne zu kurz kommen aber die haben verständnis dafür.

Britta Khokhar

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