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Schreibaufgabe – Runde 2

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Die Aufgabe der 2. Schreibaufgabe lautete:
»Beschreiben Sie eine Kaffeemaschine«
Hier sind die besten Beiträge:

Mein Flötenlehrer war ein Professor, bekannt und angesehen in der ganzen Stadt. Er legte Wert auf sein Äußeres, war immer frisch rasiert, trug Anzug und Krawatte.
Sieben Jahre lang teilte er mich jeden Montagnachmittag als seine erste Schülerin ein. Mit meinem Eintreten um 13.15 Uhr lief der fertige Kaffee zischend und brausend auf einen Rutsch durch den teflonbeschichteten Wassertank und die Rundfilterblätter in die Glaskanne seiner Krups T8. Sie thronte auf einem zahnweißen Tischtuch.
Die T8 bringe das Wasser zum Kochen, bevor es durch den eigenen Dampfdruck durch den Kaffee gepresst werde. Dadurch schmecke der Kaffee noch besser als von Hand aufgebrüht.
Ich lehnte trotzdem ab.
Der Professor nahm eine Tasse vom Stapel, stellte sie auf einen Unterteller, schenkte Kaffee ein, versenkte eine ganzes und ein halbes Stück Würfelzucker mithilfe einer Zuckerzange und machte abgezählte drei Löffelumdrehungen.
Nach sechs Minuten hatte er die Tasse leer getrunken – ich durfte die Tonleiter wechseln, er stellte das gebrauchte Geschirr in einen Plastikkorb und nahm sich neue Tasse, Untertasse, Unterteller, Löffel.
Die T8 füllte exakt acht Tassen. Nachdem er sie leer getrunken hatte, holte er einen Mentholspray aus der Innentasche seines Sakkos, sprühte sich damit in den Rachen, legte mir seine Hand zwischen die Schulterblätter, begleitete mich zur Tür und schob mir seine dicke pelzige Zunge in den Hals. Ich starrte auf die Tischdecke – wieder war sie weiß geblieben.

Irmgard Kramer

»Ob ich ein monogames Verhältnis zu ihr habe?«. Kurt schaut fast entrüstet auf. Er steckt sich eine Zigarette an und nimmt einen tiefen Zug, bevor er weiter spricht. »Natürlich lebe ich monogam! Sie ist ja etwas Besonderes für mich. Und glauben Sie mir, es ist nicht immer einfach monogam zu leben. Sie brauchen ja nur morgens ins Büro zu gehen und da … na ja, es macht ja jeder! Ist ja völlig normal!« Kurt klopft seine Asche ab, nimmt einen schnellen Zug und spricht schon währenddessen wieder weiter: »Aber nicht für mich! Und das war schon klar, als ich sie das erste Mal gesehen habe! Damals, vor mittlerweile fast 2 Jahren, kurz nachdem ich mich von meiner alten getrennt habe. … Also eigentlich hat sie sich ja von mir verabschiedet. Einfach so, ohne Vorwarnung, von einer Sekunde auf die andere. Es war verdammt hart! Ich hätte es fast nicht überwunden. Mir hat ja keine andere gefallen. Und es geht ja nicht nur ums Gefallen – es sollte ja auch der Inhalt stimmen. Ich wollte schon fast aufgeben! Und dann plötzlich … plötzlich war sie da! Ich habe sie gesehen und gewusst: Das ist sie!!! Formvollendet, wunderschön. Sie war einfach perfekt! Ich habe sie gleich nach Hause mitgenommen, sie langsam und behutsam ausgepackt und sie sofort ausprobiert.« Kurt seufzt, dämpft seine Zigarette aus und lässt seinen Blick mit einem Lächeln auf den Lippen in die Ferne schweifen. »Ja, sie ist einzigartig – meine Kaffeemaschine!«

Silke Solly

behäbig, raumfüllend steht sie da auf dem tresen in der küche. Und begrüßt mich, silberglänzend und vielversprechend. In antizipatorischer freude drücke ich den einschaltknopf und das schönste surren der welt erfüllt die küche. Es geht über in das geschäftige geräusch des mahlens der frischen kaffeebohnen. Und nun der beste moment des morgens: geruch nach frisch gemahlenem kaffee erfüllt meine küche. Ich schliesse die augen und wähne mich in italien. In einer bar, am tresen. Vanillecroissants auf einer platte vor mir. Der glutäugige italienische barista schiebt mir eines davon zu. Paradiso! Neben mir zischt etwas. Ich öffne die augen. Erblicke meine küche mit meiner kaffeemaschine drin. Der kaffee ist fertig und dampft in der tasse. Kein barista. Aber, der kaffee ist köstlich. Ich liebe meine kaffeemaschine ….

Monika Paitl

Kaffee, mein Lebenssaft. Wenn ich des morgens aufwache ist mein erster Gang zu meiner Kaffeemaschine. Rund mit bunten Knöpfen einem Wasserbehälter und einem Fach um dort den Kaffeefilter samt seinem Kaffeepulver aufzufangen. Im Halbschlaf bereite ich den Kaffee zu, stelle die Glaskanne unter den Filter und drücke den Knopf. Ich schlurfe zur Couch. Mit halb geöffneten Augen schiele ich hinüber in die Küche zu diesem mir meinen Sprit spendenden Gerät. Blubber chrrrrrrrrr blubber chrrrrrrrrr blubber meine Ohren fangen an wach zu werden welch ein liebliches Geräusch. Meine Nase beginnt die ersten angenehmen Düfte wahrzunehmen. Dann ist es soweit mit den mir zur Verfügung stehenden mitteln torkle ich in die Küche zurück und schenke mir meinen Kaffee ein. Schwarz so muss er sein. Der erste Schluck, meine Lebensgeister werden geweckt die Augenlider welche sich bisher auf Halbmast befanden werden wie eine Jalousie hochgezogen, mein Gehirn beginnt zu arbeiten. Jetzt geht mir das röcheln der Kaffeemaschine auf den Geist. Ich nehme mir vor meine Kaffeemaschine demnächst zu entkalken.

Robert A. T.

Der Kauf meiner Royal Professionell, war das Beste, was mir ja eingefallen ist. Das auch Sie von meinem Einfall profittieren, möchte ich Ihnen ihre Vorzüge schildern: Das Prachtstück verschönert in mattiertem Chrome meine Küche und ist auf Knopfdruck einsatzbereit, da sie Tasse, für Tasse frisch zubereitet. Nach dem Aufstellen, befüllen Sie die beiden hinteren Behältnisse, wobei Sie den rechten mit geeigneten Kaffebohnen und den linken mit frischem Wasser auffüllen. Nun suchen Sie an der linken Seite unten den Schalter, der die Apparatur in Gang setzt. Nach einer kurzen Aufwärmzeit meldet das Display vorne rechts: Das Gerät ist Betriebsbereit. Nun könne Sie wählen, es sind drei Tassengrößen voreingegeben, Sie erhalten Ihre wunderbar frische Tasse Kaffe indem Sie die Entsprechende Taste drücken; rechts für Espresso, in der Mitte für eine kleine Tasse Kaffee und links, für den großen Kaffebecher. Für Cappuccinofans kommt nun der Clou. An der linken Seite des Gerätes befindet sich die Cappuccinatore. Sie nehmen nun den kleinen Schlauch dieser genialen Erfindung, stecken Ihn in eine handelsübliche Milchtüte, vorzugsweise 1,5 prozentige Milch, stellen eine Tasse unter die Öffnung und drücken die kleine Taste unter dem Display, die mit einem Miniaturbild der Cappuccinatore gekennzeichnet ist und schon läuft feinster Milchschaum in Ihre Tasse. Nun müssen Sie nur noch eine Tasse Espresso durch Knopfdruck zaubern und ihn in den Milchschaum gießen – fertig.

rosemarie henze

Wie immer treffen sie sich in den frühen Morgenstunden am runden Tisch an der Kaffeemaschine. Sie sitzen sich gegenüber und warten auf das erste Wort.
Die glänzend polierte Maschine steht still und will das Schweigen nicht brechen. »Kaffee?« »die Maschine ist nicht an« »Oh!« Einer von beiden steht auf, um den Schalter der im Mittelpunkt hervorragt, zu drücken. »War deine Jagd erfolgreich?« »Kaffee?« »Meine Ausbeute waren zwei junge Mädchen, sehr anregend kann ich dir sagen« wieder steht einer von beiden auf, um Tassen zu holen. Die Maschine läuft in vollem Gange. Der herausnehmbare Behälter mit Kaffeepulver ist zu diesem Zeitpunkt voll gefüllt. Er hält sich versteckt hinter einer Metallplatte und wahrt sein Geheimnis. Die Wassertropfen bahnen sich ihren Weg durch gemahlenes und vereinigen sich in der unten stehenden Glaskanne. Die Farbe der Maschine ist blutrot, abgesetzt mit einem polierten Metallrahmen. »Warum ist der Filtereinsatz eigentlich schwarz?« »Weil du dann an deine verlorene Seele erinnert wirst.« »Eher denke ich an Deine erfolglosen Nächte, wenn ich den Wasserbehälter hinten wieder füllen muss.« Sie nehmen beide einen Schluck der bereiteten Brühe zu sich. Die hervorstehenden Eckzähne der Gesprächspartner glänzen sich gegenseitig an. Die Maschine verschluckt sich.
»Beeil dich die ersten Strahlen kommen bald.« Als sie in ihren Sarg steigen, ist der letzte Tropfen gefallen. Die Sonne bahnt sich ihren Weg ins Zimmer und strahlt den frischen Kaffee an. Ein Guter Morgen!

Sabrina Bender

Er hat mehrere Augen, eins davon blinzelt manchmal lange.
Die Menschen im Haus fummeln mehrmals am Tag an ihm herum; dann kommt er mächtig in Schwung, gibt verdächtige Geräusche von sich und faucht wie verrückt. Wenn ich vorbei schleiche, rieche ich den vertrauten Duft von Milch, aber ein unangenehmer Geruch ist immer dabei.
Als er neu war, sprang ich einmal zu früher Stunde aufs Küchenpult. Ich musste Gewissheit haben, deswegen gab ich ihm mit der Pfote vorsichtig einen Stups:
er war toter, als eine tote Maus.
Also nicht gefährlich – nur ein Angeber.
Schön schnurren kann er auch nicht.

Anna Rybinski

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