Die Aufgabe der 2. Schreibaufgabe lautete:
»Beschreiben Sie eine Kaffeemaschine«
Hier sind die besten Beiträge:
Fassungslos starte Georg auf seine Kaffeemaschine. Nun war etwas unvorhersehbares eingetreten. Weil es nicht eintreten durfte. Wie immer hatte er den Glasbehälter ausgewaschen und eine neue Filtertüte eingelegt. Anschließend maß er das Wasser mit einer Porzellantasse ab und goss es in das Glasgefäß. Mit der Vorratsbüchse für das Kaffeepulver und dem abgemessenen Wasser in dem Glasgefäß drehte er sich wieder zur Kaffeemaschine um. Dann füllte er gewissenhaft das Wasser in den Vorratsbehälter. Das Wasser reichte für zwei Tassen. Mit je zwei Maßlöffel gestrichen voll mit gemahlenem Kaffee erscheint der fertige Kaffee etwas stark. Hinzu kommt, dass bei dem Zubereitungsprozess sich ein kleiner Teil des Wassers als Dampf verflüchtigt. Für seine Ehefrau nahm er die Porzellantasse. Er selber benutzte noch immer seine etwas größere Kunststofftasse. Die hatte er bei seinem Reservistendienst Anfang der 80er Jahre mitgehen lassen. Der fertige Kaffees wurde brüderlich auf beide Tassen verteilt. Dann blieb noch Platz für einen großen Schluck Milch. Damit besaß der Kaffee in den Tassen dann die richtiger Stärke, um den Tag optimistisch zu beginnen. Das rote Licht leuchtete und täuschte eine intakte Maschine vor. Es fehlte aber das zischend brodele Geräusch des sich erhitzenden Wassers. Und es tropfte keine Flüssigkeit aus dem trichterförmigen Behälter mit dem Kaffeemehl. Weder im ersten Drittel stark braun gefärbt mit den belebenden Wirkstoffen noch fast klar in den verbleibenden zwei Dritteln.
Ro McGer
Mein Freund, ich muss dir unbedingt von meiner neusten Errungenschaft erzählen. Ich habe sie kürzlich aus vielen anderen ausgesucht, weil sie schnurrt, wie ein Kätzchen. Sie ist temperamentvoll und verbreitet einen verführerischen Duft. Kaum hatte ich sie das erste Mal gesehen, war ich ganz verrückt nach ihr. Ich sage dir im Geheimen, wer sie nicht liebt, der kennt sie nicht. Ich besuche sie jeden Tag und erlabe mich an ihr. Sie hat verführerische Rundungen und törnt mich mächtig an mit ihrem würzigen Duft. Sie hat ein hitziges Temperament und holt das Letzte aus sich heraus, wenn ich etwas von ihr möchte. Sie ist ungewöhnlich ausdauernd, ihre Technik ist unübertrefflich und ich liebe sie über alles. Ich glaube, ich könnte nicht mehr ohne sie leben. Sie ist heißblütig und doch auf ihre Art wieder sanft. Ich könnte mich den lieben langen Tag an ihr vergehen. Wenn ich niedergeschlagen bin, rettet sie meine Laune, sie ist unersetzlich für mich. Sie hat zwar ihre Ansprüche, aber die gehören wohl zu so einem schnittigen Ding. Sie will gepflegt werden und wenn man sie vernachlässigt, wird sie eifersüchtig. Doch wenn ich ihr meine Treue beweise und sie jeden Tag besuche, gibt sie alles, was sie hat. Der Geschmack, der von ihr ausströmt, ist ein Gedicht für meinen Gaumen. Sie hält mich wach, versüßt mir das Leben und beruhigt mich immer dann, wenn ich es gerade brauche. Mit ihr gehe ich fremd, denn ich bin Engländer und sollte Tee trinken. Meine heiß geliebte Kaffeemaschine.
Peter Cawley
Die Kaffeemaschine ist ein Ding… also ein Gerät… das halt mit Hilfe von Strom… Naja also ‘ne Kaffeemaschine macht halt Kaffee, ne. Sagt ja schon der Name. Man drückt auf einen Knopf und nach viel Zischen und Brummen kommt dann unten der Kaffee raus.
Ach was soll ich hier rum eiern: Ich hab keine Ahnung von Kaffeemaschinen! Und es interessiert mich auch nicht. Wieso auch? Ich hasse Kaffee! Versteh gar nicht, wie man mit so einem Gebräu seinen Tag anfangen kann. Da ist schlechte Laune doch schon vorprogrammiert. Wenn so `ne Kaffeemaschine Kakao machen könnte, wär das ja was ganz anderes. So ein Kakao, am besten aus echter Schokolade und lecker Sahne oben drauf, mmh, lecker. Aber wenn eine Kaffeemaschine Kakao machen könnte, hieße sie ja wahrscheinlich auch Kakaomaschine und nicht Kaffeemaschine, ne?
Wenn man sich das genau überlegt, sind Kaffeemaschinen ja ganz schön diskriminierend. Ich mein, wenn das Heißgetränkemaschinen wären, dann wär das ja was anderes, dann wär ja wahrscheinlich für annähernd jeden was dabei. Aber so… Elitärer Quatsch! Halten sich wahrscheinlich für was Besseres diese Kaffeetrinker. »Schaut her, ich trinke Kaffee. Pff, du magst keinen Kaffee, dann geh doch leer aus!« Wenn ich es mir genau überlege, hasse ich nicht nur Kaffee sondern auch Kaffeemaschinen. Die dividieren die Menschheit in Kaffeetrinker und Nicht-Kaffeetrinker. Kaffeemaschinen gehören verboten! Deswegen sag ich, Kampf den Kaffeemaschinen! Ja genau, Kampf den Kaffeemaschinen!
Jana Zöll
Es ist eins dieser chromglänzenden Ungetüme, die einem wahrscheinlich ein Vier-Gänge-Menü kochen würden, wenn man nur in der Lage wäre den richtigen Knopf zu erwischen. Ich dagegen bringe es nicht einmal fertig der Maschine einen Becher lauwarmen Kaffee zu entlocken. Den leeren Plastikbecher in der Hand starre ich die fleckige Wand an und komme mir unsäglich dumm vor.
Nicht genug damit, dass ich wie ein Schulmädchen gestottert habe, als ich versuchte dem Mechaniker zu erklären was mit meinem Auto nicht stimmt – dabei weiß ich es genau, es ist eine undichte Stelle am Kühler. Der Mechaniker nickte, lächelte väterlich und schob mich mit der freundlich aber bestimmt geäußerten Frage, ob ich nicht Lust auf eine Tasse Kaffee hätte, ins Hinterzimmer der Werkstatt ab.
Nun stehe ich hier, schaue mir zerknitterte Rennwagenplakate an und rede mit einer Kaffeemaschine. ”Du hast nicht etwa vor in nächster Zeit diesen Becher zu füllen, oder?” frage ich so höflich wie möglich. Genau in diesem Moment kommt der Mechaniker herein und schaut von dem leeren weißen Plastikbecher in meiner reflexartig erhobenen Hand zu der fröhlich blubbernden Maschine. Ein dampfender Kaffeestrahl schießt aus einer Öffnung, überflutet das Abtropfrost, läuft in dünnen Rinnsalen über die glänzende Chromfront und bildet schließlich eine Pfütze auf dem grauen Linoleum. Der Blick des Mechanikers spricht Bände. Wenigstens in einer Sache aber hatte ich recht – an meinem Wagen ist tatsächlich der Kühler defekt.
Tabea Petersen
Hey, macht kein Scheiß, meine ist eh die Coolste!
Meine ist so richtig retro, uralt, extrem hässlich und der Kaffee, den sie ausspuckt, ist einfach grässlich!
Sie macht einfach alles falsch! Als ob sie so viel zu tun hätte…haha! Der Vorsatz, in den man den Filter steckt, hält bei ihr leider nicht mehr hundertprozentig – das heißt, immer wenn man es besonders eilig oder aber wichtigen Besuch hat, entschließt sich meine Kaffeemaschine dazu, sich ihres Filtervorsatzes zu entledigen. Woraufhin der komplette Kaffeesatz auf dem Küchenboden landet. Schöne Schweinerei!
Je nach Laune beglückt sie mich mit ominösen Geräuschen… die von versautem Sexstöhnen bis zum Geknister von Brandgeräusche gehen… und je nachdem dreht der Nachbar natürlich am Rad und rennt verrückt auf dem angrenzenden Balkon herum um mich zu cashen oder aber Panik zu verbreiten. Was er natürlich auch jedes Mal schafft, nachdem er zwei Minuten lang in ohrenbetäubender Lautstärke meinen Namen in die Welt geschrien hat.
Immer, wenn er endlich fertig mit seinem Monolog ist, hat es meine Kaffeemaschine geschafft, sich irgendwie von selbst auszuschalten und offeriert mir ihren sowieso schon widerlichen Kaffee auch noch als Eiskaffee… hmm, da kommt Freude auf!
Ich liebe sie! Sie weckt in mir die Assoziation meiner eigenen Person! Faul & dummlabernd! Hinterfotzig & intrigant-lustig! Die Prägnanz ihrer Hässlichkeit lässt sie schon fast wieder schön erscheinen! Sie ist grässlich & gleichzeitig unwiderstehlich! Unwiderstehlich cool!
Johanna Dämmrich
So, wie sie das steht, könnte es sich auch um eine Minidusche für hygienebewusste Hamster handeln oder die Bühne für gesangstalentierte Rennmäuse. Aber nein, es ist meine Kaffeepadmaschine. Statt einem knalligem Gelb oder einem leuchtendem Rot, habe ich das schlichte Anthrazit gewählt. Sie soll nicht gut aussehen, sondern guten Kaffee produzieren. Und dieser wird über den außen liegenden Wassertank, die innen liegenden Leitungen und das vorher eingelegte Kaffeepad garantiert. Dem langsam lauter werdenden Geräusch des aufheizenden Wassers, folgt das maschinentypische Röcheln, wenn das Selbige auf Betriebstemperatur gebracht wurde. Wenn man dann den Knopf für die richtige Kaffeetassengröße gewählt hat, deren zwei vorhanden sind, erinnert der recht unkoordiniert austretende Wasserstrahl eher an einen Zimmerbrunnen zur Luftbefeuchtung, denn an eine Kaffeemaschine. Doch auch hier gilt…auf das Produkt kommt es an und das dampft einen am Ende genussbringend an.
Holger Spiecker



