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Schreibaufgabe – Runde 2

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Die Aufgabe der 2. Schreibaufgabe lautete:
»Beschreiben Sie eine Kaffeemaschine«
Hier sind die besten Beiträge:

Erstmal ein Kännchen schwarzen Tee – und Ruhe. Ich will über eine Maschine nachgrübeln. Eine raffinierte Kiste, die in der Lage ist, Wasser in Wein, nein, in Kaffee zu wandeln. Wie ich eingangs schon andeutete, erfrische ich mich in einer anderen Geschmacksliga und befinde mich sozusagen in Opposition zur KA-FF-EE Fraktion. Trotzdem wage ich in deren Kaffeesatz zu lesen. Blinde reden ja mitunter auch vom Licht. Dabei kommt mir der Filmklassiker »Die Feuerzangenbowle« mit dem leicht modifizierten Erkenntnissatz in den Sinn:»Watt issene Kaffeemaschin? Da stelle mer uns janz dumm!« Bevor diese Technik der thermischen Extraktion zur ernüchternden Darstellung kommt, stelle ich mir die Gewissensfrage, ob auch die letzten Geheimnisse der Genussgewinnung gelüftet werden sollten. Das aus dem Zylinder gezauberte Karnickel verlangt ja auch nicht nach Aufklärung. Bleiben wir draußen vor; geben wir uns vielmehr dem Sickergeräuschen, die den Veredelungsprozess begleiten, mit weit geöffneten Ohren hin. Unsensibelle Naturen empfangen lediglich Blubbertöne. Obwohl ich den besprochenen Erfrischungsoffenbarungen unaufgeschlossen gegenüber stehe, berichtete mir neulich ein leidenschaftlicher Koffeinjünger, ein einfühlsamer Maschinist dieser Technik, feinsinnig vom Klangbild eines sprudelnden Quellwassers. Weiterhin erlauscht er mühelos das kehlige Balzgeräusch eines Auerhahns. Ich verstehe – fast erotische Anklänge. Demnach wären weitere Erklärungsversuche von hier an nur kalter Kaffee.

Hans-Joachim Walter

Ich liege auf der Seite, zwischen Plastiktüten voller Müll. Die Glaskanne ist von meiner Warmhalteplatte gerutscht und ist von mir durch eine stinkende Babywindel getrennt. Ich versuche, sie mit meinem Kabel einzufangen und sie zu mir zu ziehen, doch es gelingt mir nicht. Wir bleiben ungewollt auf Distanz, sind keine Einheit mehr. Neben mir im Müllcontainer sehe ich einen leeren Karton hoch aufragen. Das Hochglanzbild eines Hightec-Kaffeeautomaten schaut auf mich herab. Tchibo Cafissimo steht darüber. Und weiter unten in kleinerer Schrift: Cappuccino, Caffè Latte, Espresso, Latte Macchiato. Ich kann nur Kaffee. Den dafür aber sehr gut.
Doch anscheinend war das nicht genug. Mein Nachfolger ist doppelt so breit wie ich, schwarz und besitzt viele Knöpfe. Er sieht aggressiv aus. Ich kann mir vorstellen, wie er faucht und zischt. Ich dagegen besitze statt Knöpfe nur einen einzigen roten Wippschalter. Zu wenig, um den Spieltrieb meiner ehemaligen Besitzer zu befriedigen. Auch ist mein beigefarbenes Outfit wohl aus der Mode geraten. Und statt eines Zischens kann ich nur ein leises Plätschern bieten. Ich möchte weinen, doch mein Wassertank ist leer.

Angelika Bahr

Alle meine Freundinnen habe eine. Und schwärmen von ihr. Und von ihm. Dem Mann in der Werbung. Mich lässt dies kalt. Denn ich habe eine, die ich um nichts auf der Welt hergeben würde. Meine italienische Kaffeemaschine. Geerbt von meiner Großmutter. Alt schon. Und unansehnlich. Sie passt nicht einmal richtig auf eine meiner Herdplatten.
Schon beim Aufschrauben der zweiteiligen Kanne steigt feiner Geruch vom letzten Kaffeegenuss hoch. Wie eine alte Verheißung. Handgelenk mal Pi fülle ich Wasser ein, bis zu Markierung im Innern. Die ich eher errate, als wirklich zu sehen. In das Sieb passen drei gehäufte Esslöffel Kaffee. Feinst gemahlen. Vor dem Zusammenschrauben muss ein kleines rundes Zwischensieb eingesetzt werden. Beim Reinigen fällt es jeweils heraus. Ich war mir nie ganz sicher, wie ich es wieder einsetzen muss. Bis ich mich einmal vertan habe. So dass es beim Kochen zischte und spritze und sämtliche Küchenschränke mit brauner Brühe besprüht wurden. Vor lauter Schreck brauchte ich einen Cognac. Das Kaffee trinken ließ ich an jenem Tag sein.
Der schwarze Bakelitgriff der Kanne erzählt mir Geschichten. Beschwört Bilder hoch. Von meiner Großmutter. Wie sie in der Küche stand. Feuer machte. Und auf dem heißen Ofen Kaffee in dieser Maschine brühte. Meinen ersten hab ich bei ihr getrunken. Nie hat er besser geschmeckt. Und mir scheint, sie schaut mir heute noch zu. Wenn ich ganz entspannt da sitze, aus dem Fenster schaue. Und meinen Espresso trinke.

E. I.

Der Wecker dudelt, wie üblich, viel zu früh los und ich tapse barfuß in die Küche. Schon der erste Fehler, die Dielen sind eiskalt. Aber ich will unbedingt zu meiner morgendlichen Geliebten, noch bevor ich ins Bad weiterwandere. Sie trägt elegantes Schwarz, durchsetzt mit etwas Chrom, und wartet geduldig darauf, mir meine frühmorgendlichen Gelüste zu erfüllen. Ich streiche ihre angenehmen Formen, rund aber stellenweise auch etwas kantig, mit den Fingern nach. Bevor sie allerdings gewillt ist, meinen Wünschen nachzugeben, muss ich ihr etwas Wasser geben, nicht zu viel, aber doch genug. Das tue ich gerne, schließlich ist sie täglich für mich da, jeden Tag in der Woche, zu jeder Tages- oder Nachtzeit, sie erwartet keinen Urlaub, keine Sonderzuschläge, nur ein wenig Pflege: meine Kaffeemaschine!

Regina Neumann

Ich liebe Kaffee. Ohne Kaffeemaschine geht nichts in meinem Leben. Sie sieht so elegant aus .Ihr glänzendes schwarz und die silbernen Linien sind einfach top modern. Der Übergang zwischen Ihren Rundungen, Ecken und Kanten sind wie bei einer Frau verteilt. Ich glaube der Designer holte sich die Anregung aus der Frauenwelt. Das Geräusch beim mahlen von den italienischen Kaffeebohnen ist wie ein Liebeslied von Eros Ramazotti. Wen ich dann meine modern designte Kaffeetasse darunter stelle entwickelt sich ein Duft, der einem alle Sinne raubt. Ich schaue Ihr zu, wie sie mein braunes Lebenselixier zubereitet. Es läuft langsam in meine Tasse. Der leicht bräunliche Schaum ist der krönende Abschluss meines geliebten Kaffees. Meine Maschine erfüllt mir jeden Kaffeetraum. Am Morgen einen feinen Cappuccino, nach dem Essen einen Espresso und wenn ich will auch einen Latte Macciato .Den Sie kann auch himmlischen Milchschaum machen. Zwischen all den feinen Kaffees will Sie natürlich auch mal wieder gereinigt werden. Ich mache das mit der gleichen Liebe, wie Sie für mich den Kaffee macht. Riecht Ihr schon den Kaffee? Ob Ihr es glaubt oder nicht, ich liebe meine Kaffeemaschine wirklich.

Susanne Dähler

Sie ist so präsent und das schon am Morgen. Schwarz glänzend heißt sie mich willkommen. Ihr Erscheinungsbild ist elegant und doch von rubensgleicher Üppigkeit. So weckt sie Tag um Tag Freude in mir wie in jedem ihrer Betrachter. Was sag ich, Freude? Es ist reine Sucht, fast schon ein zittriges Verlangen, das meine Hand an ihren glatten Körper führt. Hier die vertraute Mulde, da das chromfunkelnde Band, das ihre Körpermitte ziert und ihren verheißungsvollen Inhalt be-greif-bar macht. Allein ihr Duft weckt alle meine Lebensgeister, ihre Akustik zelebriert den Alltag zum Fest, ihre Hitze verbrennt fast meine Lippen. Dankbar proste ich ihr zu; wäre doch kein Tag denkbar ohne sie. Bin ich auch ihr Halter, so hat sie mich doch längst zu ihrem Sklaven gemacht. Auch heute habe ich nur noch einen Wunsch: noch einen Kaffee bitte. Ihre Kapazität garantiert mir sechs weitere Tassen!!!

Karin Angerer

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