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Schreibaufgabe – Runde 2

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Die Aufgabe der 2. Schreibaufgabe lautete:
»Beschreiben Sie eine Kaffeemaschine«
Hier sind die besten Beiträge:

Morgens husche ich an ihrem schwarzen formvollendeten Körper vorbei, betätige den Knopf an ihrem Fuß und erwecke sie zum Leben.
Kurze Zeit später verbreitet sich ihr aromatischer Atem und treibt mein Innerstes an, Glückshormone ausschütten, welche mir ein Lächeln ins Gesicht zaubern.
Ihr wohlduftender Schweiß tanzt durch die Räume und verwandelt die Umgebung in eine Oase – ich kann es kaum erwarten.
Magisch zieht sie mich an! Vorsichtig trenne ich ihren gläsernen Leib von dem stählernen Rückgrat und gieße den Lebenssaft bedächtig in das hauchdünne Porzellan – dabei spüre ich die Sinne in mir erwachen.
Und wenn ihr Blut durch meine Kehle rinnt, schließe ich die Augen und weiß, ich bin ihr verfallen.

Jutta Wölk

Staub hat sich auf dem Deckel angesammelt. Habe mir schon lange so keinen Kaffee mehr gebraut. Damals war es ein morgendliches Ritual. Vor dem Duschen, oranges Badetuch um meine Taille, habe ich Wasser unten eingefüllt, in den Trichter Kaffeepulver gegeben, den Oberteil an den Unterteil geschraubt und die italienische Kaffeemaschine auf die Herdplatte gestellt. Währenddem ich nun das Nass über meinen Körper prasseln ließ, stiegt das Wasser ein Röhrchen hinauf, wurde mit Druck durch das dunkelbraune Pulver gedrückt, sprudelte unter dem Deckel heraus und lief an der Innenwand des Oberteils herab. War der Kaffee fertig so zischte es. Einmal zischte es nicht, auch den Geruch des Kaffee nahm ich nicht war. Als ich mit nassen Haaren in die Küche trat – mein Gott überall Kaffeesatz. Seither benütze ich die Maschine nicht mehr. Einen Ehrenplatz hat sie dennoch erhalten.

Walter Bühler

Meine Kaffeemaschine ist nicht freundlich. Sie weigert sich jüngst immer wieder, mich mit Kaffee zu beglücken und schenkt mir stattdessen allmorgendlich eine Brühe, die als Kaffee zu bezeichnen eine Beleidigung wäre. Eine Beleidigung für den Kaffee versteht sich. Aber beleidigt bin auch ich, denn was bildet sie sich eigentlich ein. Hab ich sie nicht jahrelang ausgehalten. Habe mich ihren Launen gebeugt, sie gehätschelt, gehegt und gepflegt. Habe nie ein Wort darüber verloren, wenn sie sich mir verweigerte. Habe nichts gesagt, wenn mittags sie schon nicht mehr in Gang kam und abends nicht einmal ein müdes Lächeln für mich übrig hatte. Nie habe ich mich beklagt. Auch dann nicht, als immer deutlicher wurde, wie beschissen ihr Kaffee war. Besuch sagte nach einer Tasse immer rasch, nein, vielen Dank und: so viel Kaffee trinke ich gar nicht. Und ich selbst verspürte nicht selten ein ungutes Würgen, nach dem Genuss ihres Gebräus, dass sie selbst aber stets für die ultimative Innovation der Kaffeekunst hielt, besonders nachdem sie ein paar Jahre in Sydney gewesen war und dort gemeinsam mit einem erfahrenen Barista gearbeitet hatte.
Letzten Sonntag reichte es mir. Ich bat sie höflich, sich aus der gemeinsamen Wohnung zu entfernen und nicht mehr wiederzukommen. Sie nickte nur und war schon am nächsten Morgen verschwunden. Seitdem trinke ich Tee. Grünen, Second Flush aus den Ngong-Bergen. Den gieße ich selbst auf und zwar wann ich will. Bloß schmecken tut er nicht. Aber man kann ja nicht alles haben.

Jule Elenowka

Der Wecker schrillt. Jäh werde ich aus meinem Schlaf gerissen. Dass ich mich jeden Morgen überhaupt überwinde, mein Bett zu verlassen, verdanke ich meiner Kaffeemaschine.
Meine Kaffeemaschine ist keine Schönheit. Raumfüllend und groß thront sie in meiner Küche neben dem Herd. Es ist keine Nespressomaschine, nur weil mich George Clooney fasziniert. Mein Modell entspricht auch keiner italienischen Machinata. Viel zu groß wäre meine Angst vor einer Explosion, wenn der Kaffee heiß und dampfend emporsteigt.
Nein, meine Maschine ist ein Vollautomat. Praktisch aber sperrig! Dennoch liebe ich sie. Liebevoll drücke ich ihren leuchtend grünen Knopf. Behutsam öffne ich den Deckel zu ihrem Wassertank und fülle ihn mit frischem Wasser auf. Zu schrecklich wäre mir die Vorstellung sie mit altem, voll mit bakterienversetztem Wasser zu beschmutzen. Nach einer Aufwärmphase drücke ich den Startknopf. Immer wähle ich Kaffee extra stark. So manipuliere ich nicht unnötig an ihr herum. Dann dieses vertraute Geräusch, wenn die Bohnen gemahlen werden. Es klingt wie Musik! Endlich steigt das wohlig duftende Kaffeearoma empor.
Doch heute streikt meine Maschine. Die Sicherung wird gewaltsam herausgeschleudert. Kein Kaffee fließt. Mit dem Ausziehen des Steckers kann der Stromausfall behoben werden. Resigniert krieche ich in mein Bett zurück. Meine Kaffeemaschine ist eine Diva! Sie funktioniert, wann sie will. Jetzt ist sie beleidigt, weil ich sie keine Schönheit genannt habe. Sie ist so anstrengend meine Geliebte.

Judith Thoma

Sie steht meistens etwas verdrückt, verdreckt und unauffällig in einer Ecke auf der Küchentheke. Ihre Gegenwärtigkeit löst bei den meisten Menschen ein wohliges, gemütliches Gefühl aus, besonders dann, wenn sie ihre verschiedenartigsten Geräuschen von sich gibt; das Ächzen, das eine fröhliche Erwartungshaltung und Entspannung hervorruft oder das Plätschern, das nicht nur leichte Ungeduld auslöst, aber auch einen unverwechselbaren Geruch im Raum verbreiten lässt. Ist sie im Betrieb, und das ist sie oft, dient sie der Freude am gemütlichen Zusammensein. Sie ist die vollkommene Pausenbegleiterin für alle Anlässe.

Inge Jakobsen

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