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Schreibaufgabe – Runde 1

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Die Aufgabe der 1. Schreibaufgabe lautete:
»Beschreiben Sie eine schlaflose Nacht«
Hier sind die besten Beiträge:

Die Bettdecke drückte heute wie eine Grabplatte, wie sollte ich da schlafen können?
Der Blick auf die Uhr ist schon Routine. Diese Angewohnheit gibt mir Gewissheit,
dass der Schlaf wieder einmal auf sich warten lässt. Gedanken, Gedanken, Gedanken.
Sie halten mich wach. Wie soll ich dagegen angehen? Schäfchen zählen, ist dabei das ungeeignetste Mittel. Nach 30 Schafen ist mein Zimmer angefüllt mit dem Blöken dieser Hammel, ganz zu schweigen von dem Geruch. „Soll ich etwa noch einen Lammbraten in die Mikrowelle werfen?“
Also die guten Tipps zum Einschlafen, gleich welcher Art, führen in einen Teufelskreislauf.
Denken an das Schlafen bedeutet nur. Ich will schlafen, aber kann nicht. Dieses Mantra begleitet mich nun die folgenden Stunden. Statt loslassen bedeutet es festhalten am Wachzustand.
Die Zimmerdecke ruht schon, nur ich nicht. Der Schrank spricht stumm mit mir. „Schließe deine Augen wie ich meine Türen“. Meinem Schlafbedürfnis hilft das nicht. Wo ist der Schlafschalter?
Ich versuch es mal mit einem Gang zum Kühlschrank. Laufen soll ja gesund sein, schlafen aber auch! Dies gleichzeitig zu vereinbaren soll nach verschiedenen Studien nicht unmöglich sein. Was hilft das mir im Augenblick? Die Nachtangebote im Kühlfach wecken bei mir leider nur die Lebensgeister. Eine warme Milch war auch schon schmackhafter, als nachts um 3 Uhr.
Zurück im Bett drehe ich mich jetzt nach links und denke – nichts. Leider nur ein Gedankenspiel, das mir durch den Kopf geht. Also weiter wachen.

Michael Milcz

Das wird wieder so eine Nacht. So eine endlose. Ich bin ins Bett gegangen und hoffte auf erholsamen Schlaf, und nun wälze ich mich wieder durch meine Kissen. Eigentlich kann ich wieder aufstehen und etwas sinnvolles tun. Oder wenigstens etwas ablenkendes. Mal sehen, wer um diese Zeit so im Chat ist. Kaum bin ich angemeldet, steht schon der erste Dialog in meinem Fenster: “Naaa, bist du auch gerade scharf?”
“Ja, ungefähr so scharf wie das Skalpell für deine Vasektomie!” Pling, weg ist er!
Funktioniert soetwas tatsächlich? Ich glaube nicht. Welcher Mensch würde in der realen Welt auf so einen Satz eine Antwort erwarten? Naja, vielleicht im Swingerclub… Ich gehe in die Küche, mache mir Tee. Draussen ist es fast samtschwarz, aber vom Küchenfenster sehe ich tausende von Sternen. Ein Vorteil, wenn man auf dem Land wohnt. Niemand ist wach, nur ich und die Sterne. Ich könnte Musik anmachen, volle Lautstärke, und niemanden würde es stören. Werde ich aber nicht, in einer solchen Nacht muß man leise sein. Ich werde meinen Tee mit den Sternen trinken und auf den Morgen warten.

Regina Neumann

Vorweg wie ein Traum. Eine Einwegflasche? Nein, im besten Fall eine Mehrweg. Dann drehte ich mich abermals auf die andere Seite. Manchmal berührten Teile meines Körpers beinah abgründig die Bettkante. Abwenden liess sich damit dieser Gedanke nicht. Das Ticken des Weckers auf meinem Nachttisch klopfte mir seit Stunden miese, dann wieder gute Gedanken in meinen zerrissenen Kopf. Wie um alles in der Welt würde ich mich aus der Schlinge befreien, die mein Herz seit jenem Tag gefangen hält. Die Rolle der Geliebten eines verheirateten Mannes ist doch nichts anderes als ein müdes Klischeé. Manche träumen davon. Es ist mir, als hörte ich schon die Vögel singen.

Lea Niederer

Ja, es geht mir gut, danke. Das sage ich jedem, der fragt. Hab alles unter Kontrolle. Weine vielleicht ab und zu ein bisschen. Nachts.

Sachte, leise kommt der Feind aus seinem Versteck. In mir. Ich kenne seine Stimme so gut. “Hässlich bist du”, sagt sie.”Hässlich, dumm”, und lacht. Verhöhnt meine Tränen. Der Spott, scharf und sicher wie ein Pfeil
Trifft jedes Mal. ”Hässlich.”

Ich schaue in den Spiegel. Kann nicht anders. Sehe ein schmales, verweintes Gesicht. “Hässlich.” Spitze Nägel malen rote Striche auf meine Haut. Wieder und wieder. Wie ich mich danach sehne den Spiegel zu zerschlagen. Will spüren wie die Scherben in meine Haut dringen, den Schmerz lindern, der in mir ist. Und wage es doch nicht. “Hässlich, feige.”

Ich krieche ins Bett, rolle mich zusammen unter der Decke.
Beisse die Zähne fest aufeinander und schmecke Blut. Er, der neben mir liegt, darf nichts hören. ”Wenn er wüsste, wie du bist, würde er gehen, na klar. Hässlich, dumm, feige.” Er, der neben mir liegt, regt sich leicht, und ich halte den Atem an. Dann ist er wieder still. Schläft.

Schlafen. Nie mehr die höhnische Stimme hören. Wie viele Pillen braucht es? Ob man sie spürt, die Kälte des Wassers unter der Brücke? Ich friere. ”Feige.” Schlafen.
Ich träume wirr. Laufe, falle, laufe wieder. Warum?

Am Morgen sind rote Striemen auf meinem Gesicht.
Muss mich gekratzt haben, im Schlaf, auf die Lippe gebissen. Aber sonst geht es mir wirklich gut, danke. Hab alles unter Kontrolle.
In seinem Versteck sitzt der Feind.
Und wartet.

Tabea Petersen

Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen. „Verdammt, beten bringt auch nichts“, Miriam umgreift ihre quietschgelbe Ente. Verzweifelt wälzt sie sich zwischen ihre Bettlagen. Das Kopfkissen stinkt nach Schweiss. „Die Augen schliessen, sich vorstellen, die Prüfung wäre in sechs Wochen, sich dabei die Prüfungssituation genau ausmalen.“ So stand es zumindest im Jugendmagazin „Jetzt“. Schon der Gedanke daran beschert ihr neben Herzrasen und Zittern so nasse Hände, dass sie meint, ihr gelbes Entchen würde auf einem Rinnsal aus Angstschweiss davon schwimmen. Von wegen sechs Wochen, in knapp fünf Stunden ist sie dran und sie bekommt kein Auge zu. „Deadline“, ein schönes Wort für diesen Zeitpunkt. Das ist der Moment, an dem sie tausend Tode sterben wird. Wo hat sie nur das Johanniskraut hingesteckt, das ihre Mutter gestern in heller Aufregung mit dem Satz auf den Küchentisch geknallt hat: „Es ist gut wenn du Angst hast. Sogar Mario Adorf sagt, dass er ohne Lampenfieber nur halb so gut wäre.“ Scheiss auf Mario, sie braucht das Zeug, jetzt, sonst dreht sie noch durch. Sie schluckt gleich zwei Tabletten.
Miriam starrt ihre Ente an. Die hat ihr Thomas vorhin noch als Glücksbringer für ihr Englisch-Examen geschenkt. Echt süss kann er manchmal sein. Der Sex mit ihm hat aber auch nicht geholfen. Vielleicht hätten sie es öfter tun sollen? Durchgefallen. Dieses Wort hallt in Miriams Kopf nach wie ein nimmer endendes Echo. Ihr wird kotzübel.

Kety Quadrino

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