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Schreibaufgabe – Runde 1

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Die Aufgabe der 1. Schreibaufgabe lautete:
»Beschreiben Sie eine schlaflose Nacht«
Hier sind die besten Beiträge:

Was für ein Tag. Völlig erschöpft kehre ich von der Arbeit nach Hause zurück. Mein einziger Gedanke, nur noch ins Bett. Ich kuschle mich unter die Decke. Das Telefon klingelt. Soll ich rangehen? Es dauert sicher nur fünf Minuten. Entschlossen greife ich zum Hörer. Mandy meine beste Freundin ist dran. Ich frage mich, was hat sie jetzt schon wieder für ein Problem? Total aufgelöst erzählt sie mir,das Kevin ihr Freund, seit 2 Tagen nicht nach Hause gekommen ist. Weil es nicht das erste mal ist, versuche ich sie zu beruhigen.Weil ich müde bin, vereinbare ich ein Treffen mit Ihr am nächsten morgen.Endlich Ruhe.Schnell schlafe ich ein. Was klingelt da? Etwa schon wieder das Telefon? Nein ich will nichts mehr hören. Darum verkrieche mich unter der Decke. Aber es hört nicht auf. Es ist an der Haustür. Widerwillig stehe ich auf und schaue nach. Draußen steht Mandy. Sie heult noch immer. Ich lasse Sie herein. Meine Stimmung sinkt auf den Nullpunkt. Wir setzten uns in die Küche. Zur Beruhigung trinken wir ein Glas Prosecco. Unter Weinkrämpfen erzählt Sie mir die ganze Geschichte. Was soll ich nur machen? Es ist bereits 3 Uhr früh. In 4 Stunden muss ich schon wieder aufstehen. Und Mandy hat sich immer noch nicht beruhigt. Drei Gläser später mache ich Ihr den Vorschlag bei mir zu schlafen. Widerwillig lenkt sie ein. Ich richte das Gästebett ein, bringe Sie ins Bett, und hoffe dass Sie endlich Schlaf findet.Was für eine Nacht. Aber wozu hat man eine Freundin.

Susanne Dähler

Wo bei Anderen Schafe sind, strolchen bei mir Gedanken herum.
Sie bauen in meinem Kopf schwierige Parcoure auf, mit Hürden, Gräben, zu überspringenden Mülltonnen und bestialischen Insekten, die mich immer genau dann bedrängen, wenn ich dabei bin, einen Gedanken zu fassen.
Ich könnte schreien. Immer, wenn ich wieder in eine Sackgasse gerannt bin, außer Atem erkennen muss, dass hier Schluss ist, alles wieder von Anfang angeht, wächst in mir der schier unbezwingbare Drang, zu schreien. Alles rauszuschreien, meine verflixten Gedanken, meine Schlaflosigkeit, meine Angst, mein Grausen vor dieser Schlaflosigkeit, meine Panik vor dem nächsten Tag.
Ich friere vor Angst. Mir ist heiß vor Wut.
Ich strampele die Decke weg, mir wird noch kälter. Gleichzeitig glühe ich so sehr, dass ich Angst habe, zu zerspringen.
Ich ziehe die Decke wieder über meinen Körper. Es passt nicht. Alles passt nicht.
Auch das Kopfkissen passt nicht. Meine Arme stören. Mein Bauch stört. Ich versuche alles so zu drapieren, dass es einigermaßen passt.
Bin gerade dabei, einzuschlafen, als eine besonders hohe Hürde kommt. Dieser Gedanke… er raubt mir den Atem. Ich springe auf. Ich bin wach! Eine Mücke kommt, sticht den Gedanken, er zerspringt wie eine Seifenblase.
Ich habe Angst, aber sie ist unbestimmt. Ich habe vor so vielem Angst, Panik, es raubt mir den Schlaf. Und wenn ich wieder absolut wach bin, weiß ich nicht mehr, was es war. Und wenn ich schlafen will, kommt es wieder. Ich will Schafe!!

Johanna Dämmrich

Eine gewöhnliche Schlaflosigkeit. Nicht borniert vom Tagesgeschäft, eine große Klarheit im Erkennen und Denken. Das Bedürfnis festzuhalten, hinüberzuretten. Sie hatte so viel gelesen und als solches angesehen: gelesen. Nicht gelebt. Zwei abgeschlossene, nicht fühlbar in Zusammenhang zu bringende Wahrnehmungen. Nicht lernfähig, als sei das eigene Leben fiktiv. Sie wollte gern diesen Verstand verlieren, in einen anderen tauschen, der diese Träume beherrschen, der diese Sehnsucht endlich als etwas Produktives formen konnte. Und da war auch noch ein Körper. Schön sein musste er, funktionieren sollte er. Dabei brauchte er noch nicht einmal schmerzfrei zu sein. Denn das bedeutet spürbar. Und Leben. Leben spüren. Sie hatte eine große Liebe und schlug sie ständig tot. Diese Liebe zu diesem Mann war eine Seelenverwandtschaft, eine gefährliche abhängige Sensation, die in einem sich wund reibenden genüsslichen Selbstzerstören eine Perfektion erlangte, die sie stolz machte. Die Erschöpfung war das Ergebnis, die einzige Möglichkeit, eine Art Selbstschutz, bis zu deren Grenzen sie sich hungernd hinarbeitete.
Es war vier Uhr früh. Das Denken hat sie aufwachen lassen…

Ricarda Eicher

Sie lag einfach nur da. Starrte aus dem kleinen Fenster hinein in die Dunkelheit und lauschte den Regentropfen, die leise und gleichmäßig gegen die Scheibe prasselten. Der wolkendurchzogene Himmel war noch trunken von der langen Nacht.
Es war eine angenehm warme Nacht, und trotzdem fröstelte es sie ein wenig. Sie zog die Decke noch ein Stück höher. Ein Blick auf den Wecker bestätigte, dass es noch sehr früh war – zu früh. Sie wollte sich umdrehen, um vielleicht doch noch endlich ein wenig schlafen zu können, doch ihre Gedanken hielten sie fest, ließen sie nicht mehr zur Ruhe kommen, wie sie es so oft taten.
Sie hatte einen seltsamen Traum gehabt. Sie hatte sich dabei zugesehen, wie sie allein auf einem großen Karussell in Zeitlupe Runde um Runde fuhr. Um sie herum nichts als stille Dunkelheit. Allein? Nein, nicht ganz allein. Auf der anderen Seite saß noch jemand. Sie konnte die Person nicht erkennen. Das Gesicht war zu unscharf, bestand nur aus einer mattgrauen Silhouette. Doch sie wusste, dass sie diese Person sehr gut kannte. Sie spürte es einfach und war sich sicher, die Person wusste es auch. Ein merkwürdiger Traum, der sie in letzter Zeit Nacht für Nacht einholte und jedes Mal ein trauriges Ende nahm. Sie beschloss diesmal nicht weiter darüber nachzudenken, rückte noch ein Mal ihr Kopfkissen zurecht und schlief endlich ein.

Sarah Meryem Esel

Immer wieder wälzte er sich hin und her. Sein Körper war nass. Nass vor Schweiß. Unruhe durchfloss die muskulöse Gestalt. Er träumte von ihr mit offenen Augen. Leider lag sie nicht neben ihm im Bett, denn dann wäre er sicher ganz ruhig, ganz sich selbst gewesen. Jetzt aber blieb ihm nur der Gedanke an seine wunderbare und schöne Freundin. Es war am heutigen Nachmittag. Dem Chef sagte er, er müsse dringend zum Arzt, doch das war gelogen. Eigentlich bestand sein Leben nur aus Lügen. Schon als Kind war er ein notorischer Lügner. Als er sie heute im Hotel traf und sie sich heftig liebten, war alles gut. Erst als sie sich Champagner aufs Zimmer bestellten und die ganze Flasche ausgetrunken hatten, stieg in ihm diese unheimliche Wut auf, die er so noch nie bei sich entdeckt hatte. In seinen Augen war das ganze Leben doch eine Ungerechtigkeit. Als er geduscht und das Hotelzimmer verlassen hatte, ging er in die nahegelegene Kneipe und trank weiter sinnlos in sich hinein. Jetzt lag er betrunken und schweissgebadet in seinem Bett. Nebst der Unruhe raubte ihm auch die Angst den Schlaf. Wird er seine Freundin je wieder sehen, wird er sie jemals wieder berühren dürfen? Wieso all diese Fragen, wieso diese ganze verdammte Unruhe? Er wusste es, auch wenn er es nicht wissen wollte, es verdrängte. Und als die Morgendämmerung die Stadt zum Erwachen brachte, kam ihm endlich der rettende Gedanke. Er musste sein blutiges Messer sicher und für alle Zeiten unauffindbar entsorgen.

Peter Fässler

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