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Schreibaufgabe – Runde 1

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Die Aufgabe der 1. Schreibaufgabe lautete:
»Beschreiben Sie eine schlaflose Nacht«
Hier sind die besten Beiträge:

….da war sie wieder, diese schlaflose Nacht! Da lag ich in meinem Bett und ging im Dunkeln jeden Zentimeter meiner Schlafzimmerdecke durch. Denn für jeden Zentimeter meiner Decke gab eine Sache die mich beschäftigte. In der einen Ecke war es der merkwürdige Typ, der der immer wieder indirekten und unpersönlichen Kontakt suchte, aber sobald er mich sah, immer wieder weg lief! Warum fragte ich mich und meine schlaflose Nacht wurde länger. Ein weiterer Zentimeter galt der Bahn, die immer nur dann pünktlich kam, wenn ich zu spät war! Warum immer nur dann? Oder die Ecke links auf der Seite, die die meinen “Bad Hairs” gehörte! Warum wollen die nie so wie ich, besonders dann wenn es wichtig war! Meine Güte, warum nur? Oder gleich über mir der Zentimeter, der, der gehört der Pfütze, vor der ich letztens stand, als der Bus kam. Ach ja, und da hinten rechts der Zentimeter der gehört der “falschen” Kassenschlange, an die ich mich grundsätzlich anstelle! Und dann war da noch der Zentimeter, der, der schlaflosen Nacht gehörte. Warum nur hatte ich mal wieder diese schlaflose Nacht? Na, wenigstens diese Frage konnte ich mir beantworten!! Guten Nacht!

Stefanie Weber

Irgendwo unten, im Wohnzimmer, tickt eine Uhr. Je nachdem, welchem Tick man zuerst lauscht, ergibt sich ein unterschiedlicher Takt. Das Kind liegt da und passt seinen Atem an das Geräusch an. Im Abstand zwischen den Bewegungen des Sekundenzeigers lauert die Nacht.
Der Körper ist mit Sägespänen der Erschöpfung ausgestopft, ein schweres, schlaffes Ding, das heiß gegen die zerwühlten Laken drückt. Die Gedanken regen sich kaum noch. Wie Luftballons, aus denen langsam die Luft gewichen ist, liegen sie in der Höhle des Kopfes und zucken schwach. Sie wissen: Die Uhr tickt am Zeitpunkt vorbei, an dem Einschlafen noch möglich war.
Das dünne, zischende Schnarchen der Mutter kriecht die Treppe hoch. Das Kind wälzt sich herum, alle Glieder sind taub gelegen. Es meint, das Echo seiner zusammenhangslosen Gedanken von den Wänden der Nacht widerhallen zu hören. Die Eltern sind unten, aber sie sind wie Möbel und antworten nicht.
Das Kind schiebt sich hoch, salzig atmet es Tränen und ziellose Müdigkeit.
Im Wohnzimmer klingt das Ticken noch lauter und härter, es ist der Pulsschlag der Nacht. Mit schwerfälligen Schritten durchquert das Kind die eingesunkene Teppichfläche und steht vor dem Fensterbrett.
Töpfe stehen nebeneinander aufgereiht. Aus ihnen ragen verrenkte und verzerrte Gestalten mit fleischigen Auswüchsen und festen Knoten. Das Kind neigt sich darüber und lauscht.
Nachts atmen Pflanzen. Wenn es ganz leise ist, kann es zwischen dem starren Puls ihre Atemzüge hören.

Martha Wilhelm

Mia starrte auf ihren Laptop. Was sollte sie schreiben? Die erste Aufgabe und schon eine Hürde: Wie anfangen? Höchstens 1500 Zeichen durfte ihre Geschichte beinhalten. In dieser Kürze sollte sie eine Nacht beschreiben, in der sie nicht geschlafen hatte. Ihre schlaflosen Nächte waren länger gewesen. Wie die Nacht, als sie für die dreitägige Arbeit der Lizentiatsprüfung Seiten über Seiten geschrieben hatte, sie hatte nie begriffen, wozu dies hatte gut sein sollen, auch wenn die Note am Ende gut gewesen war. Oder die Nacht, die sie zur Hälfte mit einem Fussballer durchgetanzt hatte, die andere Hälfte der Nacht hatten sie sich in seinem Bett vergnügt. Oder eine traurige Nacht, als sie sich mit Schmerzen im Unterleib ins Spital hatte gehen müssen und am nächsten Morgen leer und trostlos entlassen worden war? Diese schlaflosen Nächte in nur 1500 Zeichen erzählen? Leerzeichen mitgezählt. Vielleicht sollte sie ein Gedicht schreiben, die minimale Kürze war nicht vorgegeben. Früher hatte sie Gedichte geschrieben, doch seit über zehn Jahren waren keine mehr aus ihren Fingern geflossen. Warum sollte ihr dies gerade heute gelingen? Mia blickte auf die Uhr. Sie hatte sich über eine halbe Stunde verplempert. In fünfundzwanzig Minuten musste sie ihren Text abgeben. Somit schrieb sie auf, was ihr gerade durch den Kopf gegangen war. Eine schlaflose Nacht wird zu einer geschichtslosen Stunde setzte sie als Titel über ihr Geschriebenes.

Sascha-Irena Wilkesmann

Verschlafen blinzelte ich auf den Wecker – Mitternacht.
00:00 Uhr, seltsam, ging es mir durch den Kopf. Geisterstunde! Ein eiskalter Schauer lief mir über den Rücken.
Seit Jahren faszinierten mich übersinnliche und unerklärliche Phänomene. Nachdem ich ein Medium aufgesucht hatte, war ich außerdem davon überzeugt, dass die Seelen von Verstorbenen uns manchmal aufsuchten.
Wurde ich durch ein Geräusch geweckt? Der Gedanke, dass ein Wesen aus der Schattenwelt neben meinem Bett stehen und auf mich herabsehen könnte, ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Ich zwang mich, nicht weiter darüber nachzudenken.
Andererseits … Schlaf jetzt!, befahl ich mir innerlich. Aber in meinen Gehirnwindungen drehte sich alles um Möglichkeit, dass jemand bei mir war, den ich nicht sehen konnte. Ich wälzte mich hin und her und konnte einfach nicht in den erholsamen Dämmerzustand sinken.
Als ich endlich eingeschlafen war, schrillte auch schon der Wecker. Müde quälte ich mich aus dem Bett und rieb mir die Augen. Dabei neigte ich den Kopf zu Boden und hielt plötzlich inne. Neben meinen Hausschuhen lag eine große weiße Feder.
Woher war sie nur gekommen? Ich besaß keinen Vogel!

Jutta Wölk

Und jetzt dieser Mensch neben mir, von dem ich vor wenigen Wochen noch nicht mal gewusst habe, dass es ihn gab. Völlig überspannt bin ich mir meiner selbst plötzlich sehr bewusst. Jede Bewegung die ich mache, jedes Geräusch, das ich verursache – atme ich zu laut? Diese kleinen Schnarcher die ich manchmal beim Ausatmen mache, sind die abstoßend? Mein Magen grummelt. Hoffentlich denkt er jetzt nicht, ich pupse! Eigentlich würde ich mich jetzt gerne auf die andere Seite drehen. Aber die Decke reicht nicht. Und ich will auch nicht, dass er denkt, ich würde mich von ihm abwenden oder so. Sein Arm ist ziemlich schwer auf meiner Schulter, irgendwie ist mir das jetzt zu unbequem. Ich dreh mich jetzt um. Ist okay so, auch ohne Decke. Jetzt könnte ich langsam einschlafen. Irgendwas ist anders. Die Schmetterlinge in meinem Bauch tanzen Samba – oder so. Dieses Glücksgefühl ist schon fast wieder unangenehm. Aber nur fast. Jedenfalls – so kann ich nicht einschlafen. Aufstehen kommt aber auch nicht in Frage – ich will ihn nicht wecken. So neben ihm zu liegen fühlt sich viel zu gut an. Ich bin ein-fach solche Nähe nicht mehr gewöhnt! Ich bin auch gar nicht müde. Das sind die Momente, die man einfach festhalten sollte. Viel zu schade, um sie zu verschlafen! So glücklich werde ich vielleicht nie mehr wieder sein…

Stefanie Wolter

Sie schlug die Augen auf und starrte ins Dunkel. Wie lange lag sie jetzt schon hier? 10 Minuten oder 2 Stunden? Sie wusste es nicht. Sie wusste nur, dass sie seit einer gefühlten halben Ewigkeit diese Gedanken nicht los wurde. Diese Worte… So etwas hatte noch keiner zu ihr gesagt, nicht so, nicht in dieser Konstellation. Ungeduldig drehte sie sich auf den Rücken. Sie wollte schlafen, nicht mehr denken. Sie schloss die Augen. „Atmen, ruhig liegen, entspannen. 1, 2, 3…“ Sie begann weg zu dämmern. Zufrieden lächelnd dachte sie: „Endlich, ich schlafe“ und damit war sie wieder hellwach. Innerlich fluchend drehte sie sich auf die Seite, bloß nicht auf die Uhr gucken. Sie kuschelte sich in ihre Lieblingsschlafposition. Bilder stiegen in ihr auf. Sie und er zusammen, das wäre schön.
Und schon wieder rannten die Gedanken, aber dagegen ankämpfen hatte sowieso keinen Sinn.
Einander halten, füreinander da sein, untrennbar, bedingungslos, das war es wonach sie sich sehnte.
Schlief sie schon oder war sie noch wach?
Ein Gedanke, den sie nicht ganz fassen konnte, durchfuhr sie mit Schrecken und riss sie erneut aus dem Halbschlaf. Das hatte keinen Zweck. Schließlich warf sie die Decke von sich, stand auf und schaltete den PC ein. Es war 4 Uhr, zu spät um noch wach zu sein, zu früh um wach zu bleiben. Vielleicht war er ja online. Vielleicht würde er ja mit ihr reden und vermutlich würde er wieder Dinge sagen die ihr Innerstes aufwühlten. Aber er wäre wenigstens da, irgendwie…

Jana Zöll

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