Die Aufgabe der 1. Schreibaufgabe lautete:
»Beschreiben Sie eine schlaflose Nacht«
Hier sind die besten Beiträge:
Dann hörte ich die Sirenen und bevor ich fliehen konnte, sprang die Tür auf und ein Polizist mit gezogener Pistole sprang in das Gartenhaus.
„Hände hoch“ verlangte er.
Ein zweiter folgte. Pech gehabt. Mit einer Leiche sollte man sich nicht erwischen lassen.
Ein Arzt horchte Axa Kill ab. „Bemühen Sie sich nicht“, sagte ich. „Die ist tot.“
Er warf mir einen bösen Blick zu.
Und natürlich verfrachteten sie mich ins Polizeirevier.
Dafür stellten sie mir Fragen. Drohten und schmeichelten.
„Die war doch auf Heroin. Sie haben ihr nur den Schuss gesetzt und der war unglücklicherweise ein Schuss zuviel. Geben Sie´s zu und dann sind sie aus dem Schneider. Nix mit Mord.“
Wie hätte ich ihnen sagen können, dass ich ihr den Schuss nicht gesetzt, ihr das Heroin nicht gegeben hatte?
Wer hatte mir das eingebrockt? Einem drittklassigen Blogger? Mir kam es komisch vor, als sie mich anmailte und um ein Treffen bat. Die junge Skandalautorin und der alte Blogger? Ich lehnte ab, aber sie drängte, sie wolle auspacken und in den Zeitungen ginge das nicht. „Ihr Blog wird berühmt und Sie auch.“
Seltsam, dass ich nicht müde wurde. Stattdessen drehten sich die Gedanken. Ja, ich würde berühmt werden. Gab es im Knast Internet? Wohl nicht. Hört endlich auf, zu reden, ihr Idioten. Hörten sie natürlich nicht. Sondern fragten, redeten, schmeichelten, drohten.
Und irgendwann stand ein Kaffee vor mir und ich begriff, dass es sieben Uhr morgens war.
Peter Stephan
Halb drei! Ich wälze mich umher…Panik steigt in mir auf. In vier Stunden muss ich aufstehen. Ich schaue auf den Wecker, beobachte, wie die Sekunden davon rennen. Das Blinken der Uhrzeitanzeige steigert meine Nervosität. Bitte! Nicht schon wieder so eine Nacht! Ich bin total verschwitzt und trotzdem friere ich…ich bin erschöpft.
Ich habe aufgehört zu zählen. Wann habe ich das letzte Mal richtig geschlafen? Wann werde ich das nächste Mal wieder richtig schlafen? Mein Herz rast. Ich muss schlafen! Jetzt! Mein Körper zittert…ich bin zu erschöpft mich dagegen zu wehren. Ich schließe die Augen, denke mir „Jetzt schaffst dus!“ und versuche meine Gedanken nicht abschweifen zu lassen. Versuche mich zu entspannen. Nach gefühlten 2 Stunden öffne ich die Augen. 2:36. Mir kommen die Tränen…ich kann das Schluchzen nicht verbergen. Lasse meiner Verzweiflung freien Lauf. Was mach ich jetzt? Aufstehen? Nein! Zu Kraftlos! Liegen bleiben? Nein! Ich kann nicht mehr! Die Unruhe steigert sich. Vermischt mit Aggressivität.
Ich versuche mich zu beruhigen. Einatmen. Ausatmen. Beruhig dich! Ich schließe erschöpft die Augen. Ich bete, dass auch diese schlaflose Nacht irgendwann ein Ende hat.
Sarah Tuczynski
Die Hände vor ihrem Gesicht, atmet sie tief ein.
Es riecht nach ‘so gut’.
Nach Erfüllung.
Das ist und war nichts und mehr, als sie sich je hätte erdenken können.
Es waren mit Blicken, Worten und Händen zur Berührung geformte Verehrungen. Zärtlichkeiten. Reale Unvorstellbarkeiten. Die alle zweifelsfrei ihr galten. Ihr ganz allein. Worte, wie Vertrauen, Nähe und Ergebenheit, haben heute neue Bedeutung erhalten.
Seit Stunden liegt sie schon wach. Aufgewühlt – zwischen den aufgewühlten Kissen. Wissend, dass sie morgen bei der Arbeit neue Maßstäbe setzen wird. In Müdigkeit. In Zerzaustheit. Und in tagträumendem Glücklichsein.
Wo er wohl sein mag? Jetzt.
Immer wieder hat sie seine sms gelesen. Er hat geschrieben, kurz bevor er in seinen Flieger gestiegen ist. Einen Wirklichkeitsbeweis.
In jedem seiner Worte vermag sie zu lesen, wie sie selbst augenblicklich empfindet – worin sie sich in Gedanken ergeht. Und was sie auf so wunderbare Weise um ihren Schlaf bringt.
vollkommene Beliebtheit
hast mich besext
kann Dich noch riechen schmecken
bist mir so berührbar
dein Körper
dein Geist
nie gefühltes Wohlfühlen
bestrahlst mich
ich schwebe
nehme Dich mit durch die Nacht
Wenn ihr auch nur ein einziges Wort in den Sinn kommen würde. Für das, was dieser Mann heute in ihr erweckt hat. Dann würde sie es jetzt denken.
Bis ihr eines einfällt, wird sie es einfach nur fühlen.
Das Kissen umarmend – lächelnd – mit offenen Augen.
Es riecht nach ‘so gut’.
Stefan Unser
Es entsteht ein Protokoll der Lustlosigkeit, wenn die Nacht stockdunkel, aber die Sinne von neonhellem Flutlicht der Ruhestörung überstrahlt werden.
Und das geht so: Personen der Notgemeinschaft von Mehrbettzimmern in Krankenhäusern, entdeckten zu individuellen Zeiten das Ende ihrer Wachphasen, wollen von der Tagesteilhabe hinüberwechseln in den Regenerationsbereich des Schlafens. Ein Erster wird Inaktiv und will den Tag der Nacht übergeben, inklusive sich selbst. Jedoch umso tiefer diese zur Ruhe entschlossene Person in Hypnos Arme sinkt, umso mehr erzeugt sie akustischen Abfall. Der mit wilden phonetischen Mustern gezeichnete Geräuschteppich, unter dem alle Schnarchgeschädigten ihren Schlafwunsch kehren können, liegt wie eine Tinnitus aurium Auslegware in allen Gehörgängen.
Der langsam aufsteigende Nächstenhass, brütet immer intensivere Ruheideen, welche in Wahrheit blanke Gewaltfantasien sind, aus. Eine massiv herbeigeführte Ruhigstellung ist leider strafbewehrt. Zumindest sollte in der Rechtspflege der Tatbestand des Schlafdiebstahls unter Strafandrohung gestellt werden.
Die morgendliche Frage von dem Schlafegoisten nach der allseits genossenen Nachtruhe, geht in Richtung groben Unfugs. Das er sich der knirschenden Verneinung anschließt, schlägt dem Bett die Matratze aus.
Hiermit steht einmal mehr fest, dass Schallmissbildungen wie Schnarchen, einer hörbar gemachten Knoblauchausdünstung gleichzusetzen ist, den nur der Verursacher nicht als störend empfindet.
Hans – Joachim Walter
Es ist mal wieder so weit, ich kann nicht schlafen. Der quälende Gedanke, der mich immer wieder wach hält ist einfach nicht aufzuhalten. Was ich auch mache, er kommt immer wieder. Soll ich wohl Schäfchen zählen? Das halte Hausrezept meiner Oma – warme Milch und Honig? Oder doch lieber das neu wiedergefundene Wissen der Kräuter anwenden und ein Lavendeltee trinken? Ich kann mich nicht entscheiden ob dieser vielfachen Möglichkeiten. Und da kommt er schon wieder, dieser Gedanke. Warum kann er mich nicht einfach in Ruhe lassen. Letztens habe ich eine Freundin sagen gehört, dass es hilft einfach aufzustehen und alles auf ein Blatt Papier zu schreiben. Aber ich mag eigentlich gar nicht aufstehen, jetzt! Es ist so kalt außerhalb meines gemütlichen Bettes. Und dann wieder etwas überwerfen. Aber bei der Gelegenheit könnte ich mir doch einen Lavendeltee machen. Hm… dieser Gedanke ist gar nicht mal so schlecht. Apropos Gedanke, mein quälender Gedanke ist ja gar nicht mehr da. Na super, aber darfür bin ich jetzt auch putz munter, nach dieser Gedankenodysse. Was mache ich denn jetzt? Bleibt mir wohl nichts anderes übrig als wirklich aufzustehen und zu mindest diesen Tee zu trinken, wenn ich schon keine Zeilen mehr schreiben brauch´. Der Tee wärmt auch schön. Ach was soll´s. Dann steh ich einfach auf und mach´ mir diesen Tee und dann wieder ab ins Bett. Gesagt getan. Der Tee war köstlich und ich bin so richtig schön bettschwer und müde. Es war ein angenehmer wohliger Schlaf.
Anja Walter



