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Schreibaufgabe – Runde 1

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Die Aufgabe der 1. Schreibaufgabe lautete:
»Beschreiben Sie eine schlaflose Nacht«
Hier sind die besten Beiträge:

Es gibt jene schlaflosen Nächte, an denen ich Aufregenderes zu tun habe, als zu schlafen. Wirke ich müde und genervt am nächsten Tag? Nicht die Spur! Voller Euphorie und mit einem Lächeln im überraschend frisch wirkenden Gesicht schwebe ich durch den Tag, gedopt durch die Ereignisse vergangener Nacht. Doch ich kenne auch jene Nächte, an denen man sich über alles Mögliche den Kopf zerbricht und auch nach dem hundersten gezählten Schäfchen noch wach ist. Die rote Digitalanzeige des Weckers hält mir schonungslos und unmissverständlich vor Augen, wie lange ich schon grübelnd daliege. Schuld daran sind weder Voll- noch Leermond, sondern die Ratschläge, die ein 30-jähriger Single Tag für Tag erhält. Glauben Sie mir, darum bin ich nicht zu beneiden. Bei diesen verbalen Überfällen handelt es sich um angeblich gut gemeinte Tipps, die dazu führen sollten, wieder einmal eine schlaflose Nacht der positiven Art zu erleben. Kleider- und Kosmetikschrank neuen Schwung verleihen, ein paar Pfunde verlieren, sich auf Paarship anmelden und was wir bemitleidenswerten Geschöpfe sonst noch zu hören bekommen. Selbstverständlich sind die, welche uns mit diesen Weisheiten versorgen, glücklich und bis an ihr Lebensende vergeben. Aber wenn ich es mir genau überlege, ist es das Gejammer einer sonst Ratschläge erteilenden Kollegin, was mich wach hält. Soeben musste diese feststellen, das ihr Glück doch nicht bis in alle Ewigkeit gedauert hat.

Katja Abderhalden

dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *gähn* di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *dreh* di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *dreh* di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *gähn* di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *kratz* di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *schlürf* di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *gähn* di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di *dreh* dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *wälz* di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di *gähn* dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *kratz* di dumm di dumm di dumm di dumm di dumm *wälz* di dumm di dumm di dumm di d *ring*

Hab Abendschein

Er stirbt. Wenn ich nicht aufpasse, stirbt er. Das dunkelblaue Zimmer taucht eine grüne Lumibärlampe in Unterwasserlicht. Eintauchen und verschwinden. Fluoreszierende Klebesterne weisen dem Kind den Weg in den Himmel. Es sind besondere Kinder, hat die Beraterin gesagt. Sie werden nie Menschen erleben, die zu unbedingterer Liebe fähig sind. Der Beraterin hat sie geglaubt. Das Urteil des Arztes hat sie beiseite geschoben. Sei nicht blöd, habe ich ihr gesagt. Du weißt nicht, was du dir antust damit, habe ich ihr gesagt. Eigensinnig ist sie schon immer gewesen. Nie gehört hat sie auf mich. Liegt nebenan im Elternschlafzimmer und schläft einen komagleichen Schlaf. Vier Nächte hat sie im Unterwasserlicht gesessen. Jetzt kann sie nicht mehr. Die Chancen, dass Sie nach einem Abbruch ein zweites Mal schwanger werden, stehen fifty-fifty, hat der Arzt gesagt. Operationen im Mutterleib und am Säuglingskörper. Sie wollte es, das besondere Kind mit der unerschöpflichen Liebe. Unterwasserlicht fällt auf die blassen Kinderwangen. Der Mund ist leicht geöffnet, Luft einsaugen, so viel, wie geht. Ein Speichelfaden verlässt den Mundwinkel und tropft Pu, dem Bären, auf die Nase. Der Anfall am Nachmittag war der heftigste seit Monaten gewesen. Zwei Stunden zwischen Spucken und Schimpfen. Zwei Stunden zwischen Notarzt und Nein, es geht schon, wir kommen zurecht. Auch ohne dich. Du hast ihn ja nicht wollen. Ich sterbe, wenn ich nicht aufpasse.

Andrea Arndt

Ich saß auf der Couch im Wohnzimmer, hatte eine Decke um mich geschlungen und kaute an den Fingernägeln. Sollte ich – oder sollte ich nicht? Sollte ich mich für das Kind entscheiden – oder dagegen? Es musste inzwischen weit nach Mitternacht sein. War ich bereit, Verantwortung zu übernehmen? Mein Hirn übersandte mir ein klares Nein. Ein Kind war lästig, ein Kind machte Arbeit und ein Kind band mich ans Haus.
Also weg damit? Doch das wollte ich auch nicht. Nein, falsch, das war genau das, was ich wollte. Ich wollte jedoch, dass diese Entscheidung jemand anderes für mich übernahm. Jemand, dem ich die Verantwortung für mein getötetes Baby unterschieben konnte. Wie zum Beispiel dem Kindsvater. Ja, es wäre gut, wenn es seine Entscheidung wäre. Wenn er sagen würde, nee du, lass mal stecken, aufs Vaterwerden habe ich keinen Bock, mach es weg. Ja, dann würde ich es wegmachen lassen. Und wenn ich irgendwann Gewissensbisse deswegen bekommen sollte, dann könnte ich ihn nachts anrufen und beschimpfen, könnte ihn anbrüllen, dass es alles nur seine Schuld sei, ja genau, seine Schuld, denn ich hätte das Baby ja liebend gerne bekommen, doch dass die Verantwortung für mich allein zu groß gewesen sei, und dass er sich ja wie immer vor allem gedrückt hätte.
Ich stellte das Nägelkauen ein, griff nach meinem Handy und wählte seine Nummer. Es würde eine lange Nacht werden.

Angelika Bahr

Es ist kurz nach Mitternacht. Irgendwo in meinem Bauchraum spüre ich den ersten Anflug des Kribbelns, das ich seit zwei Wochen mit mir herumschleppe.
Und dann wird es eng in mir. Ein ziehendes Gefühl beginnt sich seinen Weg nach oben in meinen Brustraum zu bahnen. Ich aaaatme. Mein Rücken beginnt zu jucken. Meine Güte ist mir heiß! Blöde Decke; war ja von Anfang an dagegen sie zu kaufen. Wieder so eine Schnapsidee meines Mannes. Der träumt friedlich vom Schweinsbraten, der mir im Magen liegt, obwohl ich ihn nicht einmal gegessen habe. Was der in sich hineinstopft! Einmal wird er fett. Ob ich Anton wecken soll? Ich hol mir ein Glas Wasser. 3:30. Mein Magen knurrt.
Soll er, – dafür sind meine Leber und meine Galle glücklich, dass sie seit
14 Tagen engiftet werden. Morgen werde ich meinen 40.sten Geburtstag und frische, verjüngte Organe feiern. Saftkur- weiß doch jeder, dass das die Lebensqualität hebt! Nur Anton nicht. Der liegt satt im Bett und rührt sich nicht. Der ist so was von unsensibel!
Jetzt jucken mich auch schon der linke Oberarm und das rechte Knie! Ich glaub ich bin gegen ihn allergisch. Morgen lass ich mich scheiden. Ich werde … was jault denn da so penetrant, kaum dass ich eingeschlafen bin?! Anton steht über mich gebeugt und schüttelt den Kopf: “Liebling, Du bist auch im hohen Alter noch ein Kind geblieben!”. Um 6:30 materialisieren sich auf jedem Quadratzentimeter meiner Haut VARICELLEN!

Natascha Batic

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